|
“Standort festigen”
(nach einem Bericht
aus der HZ, erschienen am 16. September 2006)
Zusammenarbeit
von PsoriSol und Hersbrucker Krankenhaus ausgelotet
HERSBRUCK (gz)
- Können das Hersbrucker Krankenhaus und die PsoriSol-Klinik sich unter
ihren neuen Geschäftsleitungen noch besser zusammentun, um in Zeiten
stürmischer Reformen den Gesundheits-Standort Hersbruck zu festigen? Um
diese Frage kreiste ein Gespräch der Freien Wähler mit der PsoriSol, an
dem sich auch Landrat Helmut Reich und Dr. Hans-Heinrich Lauterbach vom
Krankenhaus beteiligten. Dazu eingeladen hatte der Freie Rathausblock
Hersbruck.

Die PsoriSol hat - wie berichtet - seit heuer mit Alois Greil einen neuen
Manager. Der 62-Jährige, der seit 30 Jahren Kliniken führt, hat von Fritz
Mayer und seiner Gesellschaft EKT die Betriebsgesellschaft der PsoriSol
persönlich erworben - sein erster Klinikkauf und aus Überzeugung, wie
Greil sagt. Denn nicht umsonst rangiere das Zentrum für Hautkrankheiten
unter den Top 5 in Deutschland. Mit 160 Betten ist es sogar die größte
Facheinrichtung dieser Art.
Der
Aufschwung mit seinem ganzheitlichen Ansatz zur Behandlung akuter
Allergien und Hautprobleme wird dem ärztlichen Leiter Prof. Dr. Ulrich
Amon zugeschrieben, der die Stadt- und Kreisräte der Freien auch stolz
durchs eben renovierte Haus führte. Die acht Gebäude auf der Pegnitzinsel
wirken wie ein Hotel mit Restaurant, Schwimmbad und Park - nicht wie ein
Krankenhaus. In nur drei Monaten wurden zu Beginn des Jahres alle Zimmer
auf neuen Standard gebracht. Nächsten Monat feiert die Klinik ihren 15.
Geburtstag.
Es gibt keine
Krankenstationen. Die Patienten gehen von sich aus zu den Arztterminen und
Anwendungen. Aufnahme ist auch am Wochen ende. Außer dem medizinischen
Programm gibt es Sport- und Aktionsangebote in der Region. 4 000
Patienten, vor allem aus Süddeutschland, weilen jährlich in der PsoriSol,
davon zwei Drittel stationär und durchschnittlich zwei Wochen lang.

Das
individuelle Konzept verschiedenster Behandlungsmethoden, Ernährungs- und
Lebenshaltungsberatung schlägt sich auch in einer abschließenden Befragung
aller Patienten nieder. Von den drei Vierteln, die den Fragebogen
ausfüllen, so Geschäftsführer Greil stolz, verteilen 97 Prozent die
Gesamtnoten hervorragend, sehr gut oder gut. Trotzdem sei die Behandlung
in Hersbruck für die Kassen (93 Prozent gesetzliche) im Schnitt um ein
Viertel billiger als an vergleichbaren Unikliniken.
Weil der neue Manager Ausbaumöglichkeiten sieht, hat er den früheren
Oberarzt und Allergologen Dr. Raul Yaguboglu, der sich mit der DermAllegra
in Hohenstadt selbstständig machte, stundenweise fürs Haus zurückgewonnen.
In den Wintermonaten wurden etliche Patienten ins Hersbrucker Krankenhaus
ausgelagert. In den alten Zimmern dort fehlen allerdings die für
Hautpatienten wichtigen Duschen.
Insgesamt
bewerten sowohl PsoriSol-Leitung als auch Dr. Hans-Heinrich Lauterbach vom
Hersbrucker Krankenhaus die Zusammenarbeit beider Einrichtungen als gut.
In den OPs an der Robert-Koch-Straße werden Hautoperationen durchgeführt.
Umgekehrt kommen die Belegärzte des Krankenhauses auf die Psorisol-Insel
zur internistischen Versorgung von Patienten. Ob eine weitergehende
Verbindung, etwa durch ständige Belegung von Betten im Krankenhaus, Sinn
macht, sondiert die PsoriSol derzeit in Gesprächen mit der neuen
Nürnberger Geschäftsleitung der Krankenhaus GmbH.

Landrat
Helmut Reich gab sich in der Gesprächsrunde insofern erleichtert, als der
Kreis keinen direkten Einfluss mehr auf die Geschäftspolitik seiner
einstigen GmbH hat: "Wir sitzen ja nicht einmal im Aufsichtsrat".
Empfehlungen will er aber gern weitergeben. Und er setzt weiterhin auf den
Willen von GmbH-Manager Dr. Alfred Estelmann, den Standort Hersbruck zu
erhalten. An den im Radio verbreiteten Schließungsgerüchten, so Reich, sei
jedenfalls nichts dran (die HZ berichtete).
Wie die PsoriSol ansonsten gestützt werden kann, blieb zunächst offen.
Nach der Zimmer-Sanierung und dem Ausbau von Behandlungsräumen für 1,1
Mio. Euro wurde die Sanierung des hauseigenen Sole-Schwimmbeckens für eine
halbe Million Euro zurückgestellt. Eine Nutzung der Hersbrucker Therme
eignet sich nicht nur von der räumlichen Distanz her nicht: Das
Krankenhaus-Becken braucht einen doppelt so hohen Salzgehalt. Auch
ansonsten gibt es bisher kaum Zusammenarbeit mit dem Thermen-Management,
wie Rathausblock-Fraktionssprecher Robert Ilg verwundert feststellte.
In einem
anderen Punkt sieht er die Möglichkeit zu prüfen, ob mit Mitteln der
Städtebauförderung der Klinik unter die Arme gegriffen werden kann: Die
Brücke zur Insel und Staumauern der Pegnitz müssten demnächst saniert
werden.
Quelle: W.
Grzesiek, Hersbrucker Zeitung, 16. September 2006
|